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BLEI IM GRASDRUG SCOUTS
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BLEI IM GRAS - FRAGEN UND ANTWORTEN (FAQ) Diese FAQ & das Wichtigste aus den anderen Blei-Seiten zum Download als PDF-Dokument:
1. DAS GRAS
2. MEINE GESUNDHEIT
3. MEINE SICHERHEIT
4. VERSCHIEDENES
DAS GRAS1.1 Das hat sich doch alles die Polizei ausgedacht! Nein! Bisher mussten zahlreiche Personen wegen akuter Bleivergiftung behandelt werden. Alle diese Personen haben (höchstwahrscheinlich kontaminiertes) Cannabis geraucht. Außerdem hat eine unabhängig von der Polizei durchgeführte Analyse Bleisulfid in hoher Konzentration in einer Leipziger Probe nachgewiesen. Das Gras war und ist sehr verbreitet in Leipzig und Umgebung. Wir gehen von mehreren Tausend betroffenen Usern aus. 1.2 Bleisulfid? Ich dachte Blei! Es wurde bisher in 2 Proben elementares Blei und in einer Probe Bleisulfid nachgewiesen. Bleisulfid (PbS) ist eine geruchlose Verbindung aus Blei und Schwefel, wird auch Bleiglanz genannt und war im untersuchten Gras in Form winziger schwarzgrauer Späne vorhanden. Bereits bei niedrigen Temperaturen sondert es giftige Dämpfe ab. Elementares (metallisches) Blei (Pb) ist weiß-blau, pulverförmig, schmierig und hinterlässt bleistiftartige, grau-schwarze Striche auf weißem Papier. Elementares Blei ist ebenfalls giftig. Wikipedia: Bleisulfid > de.wikipedia.org/wiki/Bleisulfid Das wissen wir nicht. Der Großteil des in der Bundesrepublik Deutschland verkauften Marihuanas stammt sicherlich aus Holland. Aber auch hierzulande werden hin und wieder riesige Indoor-Plantagen entdeckt. Gestrecktes Gras (mit Sand, Glassplittern, Haarspray...) wurde mit zunehmender Häufigkeit in den letzten Jahren in ganz (West-) Europa sichergestellt. Nach Angaben des LKA Sachsen wurden bisher 2 Proben analysiert, die zwischen 40 und 60 mg Blei(pulver) je Gramm Gras enthielten. Eine unabhängig vom LKA durchgeführte Analyse hat 80 mg/g Bleisulfid nachweisen können.* Das entspricht Gewichtsanteilen von 4 bis 8 Prozent - eine extrem gesundheitsschädliche Konzentration. Auch noch höhere Konzentrationen in einzelnen Blüten sind möglich. *Dies wurde uns aus vertraulicher Quelle berichtet. 1.5 Wie kommt das Blei ins Gras? Aus Versehen? Das Blei(sulfid) ist in die Blüten regelrecht hineingewachsen. Dies legt den Schluss nahe, dass die Späne/das Pulver bereits beim Anbau regelmäßig auf die Pflanzen aufgetragen wurden (möglicherweise um sie später "unsichtbar" zu machen). Dieser Fakt und der relativ hohe Gewichtsanteil machen eine versehentliche Verunreinigung (z.B. durch verunreinigten Boden oder Düngemittel) unwahrscheinlich. Dagegen spricht auch, dass bereits der Umgang mit Blei(sulfid) in kleinen Mengen gefährlich ist. Um sich auf der Plantage nicht selbst zu vergiften, müssten zahlreiche Sicherheitsvorschriften beachtet werden (geeignete Schutzkleidung, Absauganlagen für Atemluft, Schutzmaske).
1.6 Will hier jemand die Gewinnspanne erhöhen, indem das Gras beschwert wird? Bei einem (vom LKA) angenommen Verkaufswert von 3.000 €/kg und vernachlässigbaren Kosten für Streckmittel, deren Gewichtsanteil 10% beträgt, wäre der zusätzliche Gewinn beim Verkauf von 100 kg (für 300.000 €) 30.000 €. Wenn die Streckmittel so giftig wie Blei oder Bleisulfid sind, ist allerdings zu bedenken, dass hier (möglicherweise) ein enormer Aufwand (z.B. für Arbeitsschutz-Maßnahmen) mit hohem Risiko für die ZüchterInnen (Bekanntwerden von Bleivergiftungen/rechtliche Konsequenzen, Vergiftung der ZüchterInnen, Verlust der AbnehmerInnen) betrieben wurde, um den Gewinn um einige Prozent zu erhöhen. Das wissen wir nicht. Spekulationen und Verschwörungstheorien sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Anhand der oben aufgeführten Indizien lässt sich vermuten, dass die Personen, die das Gras angebaut haben, genau wissen/wussten, was sie tun: gezielt vergiftetes Gras in Umlauf bringen. Dafür spricht auch, dass über Monate ganz unterschiedlich aussehende Grassorten (Farbe, Form, Beschaffenheit) in Leipzig auftauchten, die entweder Bleisulfid oder Blei enthielten. 1.8 Was könnten die Motive sein? Auf Grund der Indizien lassen sich plausible Thesen zu möglichen Motiven finden; so lange es aber keine Beweise gibt, möchten wir uns in diesem Rahmen nicht an einer Diskussion beteiligen, da wir lieber mit Fakten arbeiten als mit Vermutungen. Leider haben die kontaminierten Grassorten kein einheitliches Aussehen. Es gibt hellere und dunklere Sorten mit großen oder kleinen Blüten. Sowohl das Blei als auch das Bleisulfid können – wenn überhaupt – nur mit dem Mikroskop entdeckt werden, denn die Stoffe verbergen ("verstecken") sich in den harzigen Blüten und die Partikel sind winzig. Bei größeren Mengen können möglicherweise ein paar Bleisulfidspäne am Boden der Verpackung sichtbar sein. Es ist praktisch nicht möglich, das kontaminierte Gras am Aussehen zu erkennen! 1.10 Wo kann ich mein Gras testen lassen? Seit Jahren forden die Drug Scouts, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Drug Checking zu schaffen (siehe unsere > Pressemitteilung vom 9.11.2007). Der Umgang mit Cannabis wird durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) geregelt. Unter Anderem sind Besitz und Weitergabe verboten (nicht aber der Konsum, wie oft behauptet wird). Ausnahmen für dieses Verbot gibt es nur für einige wenige Forschungsprojekte. Somit ist es auch den meisten Laboren verboten, Cannabis zu testen. Die Apotheke der Rheinischen Kliniken Viersen bietet Bleitests an, die 20 EUR kosten. Wenn eine Probe in Aluminiumfolie verpackt – inklusive beigelegtem Bargeld mit dem Vermerk "unbekannte Probe, bitte auf Bleigehalt testen" – an folgende Adresse eingesendet wird: Apotheke der > Rheinischen Kliniken Viersen erfahren die AbsenderInnen das Ergebnis nach einer Woche (je nach Vereinbarung schriftlich, telefonisch oder per Fax). Der/die AbsenderIn setzt sich hiermit dem BtMG nach prinzipiell der Strafverfolgung aus, wenn der Inhalt der Postsendung im > BtMG aufgeführt ist. Nach Angaben der Mitarbeiterin Frau Schaaf liegt (nach Rücksprache mit dem BKA) aber keine Strafbarkeit vor, wenn die Substanz als "unbekannte Probe" deklariert ist, da sie diesem Fall nicht auf THC-Gehalt geprüft wird. Außer auf Blei kann dort auch auf folgende Stoffe getestet werden: Bleisulfid, Pentachlorphenol (PCP), Altöl, Henna und Haarlack. Dafür muss das Anschreiben entsprechend umformuliert werden. Personen, denen diese Vorgehensweise dennoch zu riskant ist, lassen ihr Pflanzenmaterial durch Dritte einsenden, bei denen sie es anonym (als unbekannte Pflanze) abgegeben haben. Dritte können zum Beispiel beliebige Apotheken sein, deren MitarbeiterInnen der Schweigepflicht unterliegen und welche sich durch die Versendung nicht strafbar machen. Das Testergebnis kann nach ein bis zwei Wochen bei Vorlage eines Abholzettels erfragt werden. Hierzu muss kein Ausweisdokument vorgelegt werden. Ein Formular zur Vorlage bei der Apotheke, das den Vorgang vereinfachen dürfte, findet Ihr auf unserer Seite:
Wenn eine Cannabis-Blüte bei 900 °C (z.B. mit einem Feuerzeug) komplett verbrannt wird und nur noch reine Asche übrig ist, enthält sie kein THC mehr und ist somit kein Betäubungsmittel im Sinne des BtMG mehr. Sie enthält aber immer noch nahezu die Ausgangsmenge an Blei(sulfid). Viele Labore/Institute für Umweltchemie bzw. Umweltanalytik testen übrigens relativ kostengünstig* abgegebene Proben auf Wunsch auf Blei/Bleisulfid. Diese Proben dürfen auf Grund der Strafbarkeit kein THC enthalten! Wird dort Pflanzenasche abgegeben, um sie auf ihren Bleigehalt hin untersuchen zu lassen (weil sie z.B. als Dünger fürs Gemüsebeet verwendet werden soll), sollte das Gewicht des Ausgangsmaterials möglichst genau bekannt sein und mindestens 1,0 Gramm betragen. *(ein uns bekanntes Labor nimmt ca. 20 EUR) Unter http://shop.grastest.de/start.htm kann man seit
einiger Zeit einfache Grastests für zu Hause
erwerben. Laut Herstellerangaben reagiert der
Test auf "elementares Blei, Blei(II)-sulfat,
Blei(II)-sulfid und Blei(II)-acetat (auch Bleizucker genannt) [und] auch auf viele andere
mögliche Bleiverbindungen." Für knapp 16 Euro
erhält man ein Testset für 3 Proben. Es handelt
sich dabei um einen einfachen Farbreaktionstest. 1.12 Wie lange ist das Gras schon auf dem Markt? Gibt es noch viel davon? Analysen von aufbewahrten Verpackungen* zeigen, dass bereits im Frühjahr die ersten Bleigras-Lieferungen in Leipzig aufgetaucht sind. Die erste akute Bleivergiftung ist im August aufgetreten (damals waren die Zusammenhänge noch unklar). Man sollte meinen, dass das Gras nach dem Medienrummel Anfang November vom Markt verschwunden ist. Dem ist aber nicht so: Es gibt nach wie vor Leute, die ihr wissentlich verbleites Gras auf Grund finanzieller Zwänge weiterhin an ahnungslose KonsumentInnen verkaufen. Auch gibt es User, die ihr verbleites Gras weiterrauchen, in der Hoffnung, dass das schon nicht so schlimm sei. *Schwarze Späne sind in der Verpackung übriggeblieben. 1.13 Wie weit ist das Gras verbreitet? Da KleindealerInnen nicht nur bei einem/einer, sondern je nach Marktlage bei vielen verschiedenen ZwischenhändlerInnen einkaufen, war und ist die Wahrscheinlichkeit, mit Blei versetztes Gras zu erwerben, groß. So mussten viele KleindealerInnen aus den unterschiedlichsten Stadtteilen und Szenen in Leipzig und Umgebung im Nachhinein feststellen, verbleites Hanf verkauft zu haben. Wir rechnen mit einer End-Abnehmer/User-Zahl im vierstelligen Bereich. 1.14 Ist Bleigras auch außerhalb Leipzigs aufgetaucht? Die Kriminalpolizei hat bisher 4 Proben analysiert, von denen 2 kontaminiert sind. Beide Proben stammten aus Leipzig. Jedoch sind im gesamten Bundesgebiet vereinzelt Menschen ambulant oder stationär wegen erhöhter Bleiwerte, die durch Marihuanakonsum hervorgerufen wurden, in Behandlung. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Nach Angaben des LKA schien das gerauchte Gras in allen bekannten Fällen aus Leipzig zu stammen. Eine größere Verbreitung ist aber durchaus denkbar. 1.15 Warum können die Drug Scouts das Gras nicht testen? Es ist uns schlicht und einfach verboten. Wäre es erlaubt, müsste vorab die Kostenfrage geklärt werden, da quantitative aber auch qualitative Analysen aufwendig und teuer sind. 1.16 Hilft es, das Gras zu verbrennen und gibt es dann eine Farbreaktion vom Blei? Nein. Eine eventuell anders gefärbte Flamme durch das Blei(sulfid) würde durch andere Stoffe, die sich im Gras befinden, beeinflusst werden.
MEINE GESUNDHEIT2.1 Treten Bleivergiftungen häufig auf? Bleiverbindungen (in bleihaltigen Dosen, Wasserleitungen, Kochgeschirr, Bleiglaskaraffen, Kraftstoffen, Lacken, Batterien, Lötzinn ...) wurden hierzulande in den letzten Jahrzehnten auf Grund ihrer extremen Giftigkeit aus den meisten Lebensbereichen verdrängt. Bleihaltige Wasserrohre sind auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR mittlerweile die Ausnahme. Deshalb sind Bleivergiftungen in der BRD zur absoluten Seltenheit geworden. Der letzte in Leipzig bekannte Fall liegt 15 Jahre zurück. Aus diesem Grunde stehen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte den Symptomen einer Bleivergiftung zunächst meist ratlos gegenüber. (In Leipzig sollte dies nach den aktuellen Ereignissen erwartungsgemäß anders sein.) 2.2 Wie gelangt Blei normalerweise in den Organismus? Unter normalen Lebensbedingungen werden aus der Umwelt mit der Atemluft und mit der Nahrung vom Erwachsenen täglich etwa 200 µg (= 0,2 mg = 0,0002 g) Blei aufgenommen. Diese Menge kann der Körper auch täglich wieder ausscheiden, so dass sich unter normalen Bedingungen ein Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Ausscheidung einstellt. 2.3 Ist es schlimm, Blei zu rauchen? Rauchen ist vermutlich der schädlichste Weg, wie Blei in den Körper gelangen kann: Beim Rauchen entstehen Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen verdampft bzw. verflüssigt sich ein erheblicher Teil des Bleisulfids und gelangt gasförmig bzw. als Tröpfchen in die Lunge. Von dort gelangt es ins Blut und verbindet sich mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der die Bleiverbindung gleichmäßig in alle Regionen des Körpers verteilt. Das Blei lagert sich so gut wie in allen Geweben an, zu 90% aber in der Knochenmasse und in den Zähnen. Hier wird es lebenslang gespeichert. Von dort wird es dann kontinuierlich in kleinsten Mengen wieder abgegeben. Da Blei kaum wasserlöslich ist, kann es vom Körper schlecht wieder ausgeschieden werden. Unter bestimmten Bedingungen (z.B. Infektionen) können große Mengen gespeicherten Bleis plötzlich freigesetzt werden und eine akute Bleivergiftung auslösen. 2.4 Wie oft muss ich das Gras rauchen, um krank zu werden?Das hängt natürlich von der Blei-Belastung der Rauchware und der Konsumform ab. Nach den bisher bekannt gewordenen Konzentrationen reicht im Prinzip ein gerauchter kontaminierter Joint (oder "Kopf") vollkommen aus, um erhöhte Bleiwerte oder gar eine akute Bleivergiftung zu bekommen. Die für Atemluft geltenden Höchstwerte für gasförmiges Blei können um das bis zu 300.000-fache überschritten werden, wenn 1g Blei-Gras verraucht wird. Auch beim > Vaporisieren von Marihuana sind die Temperaturen hoch genug, um toxische Mengen freizusetzen. Bei regelmäßigem Blei-Gras-Gebrauch, also stetiger Bleizufuhr steigt die Wahrscheinlichkeit, eine chronische Bleivergiftung zu entwickeln. Übrigens: Auch ohne Krankheitsanzeichen sind erhöhte Bleiwerte unbedingt behandlungsbedürftig. 2.5 Welche Bleiwerte im Blut sind normal?Alle Angaben beziehen sich auf den Bleianteil in einem Liter Vollblut
*Als Risikogruppen definiert das Gesundheitsamt: Kinder bis zum Alter von einschließlich 12 Jahren und Mädchen/Frauen (13 bis < 45 Jahre) im gebärfähigen Alter (wegen der Gefährdung der nachfolgenden Generation). 2.6 Wie erkenne ich eine Bleivergiftung? Akute Bleivergiftung (Bleispiegel > 1000 µg/l Vollblut): Blässe, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, langsamer Puls, hoher Blutdruck, heftige krampfartige Bauchschmerzen („Bleikolik“), psychische Störungen (Schlaflosigkeit, Apathie, aggressives oder antriebsloses Verhalten), Schwindel, Krampfanfälle, motorische Ausfallserscheinungen (Lähmungen im Bereich der Arme und Beine) Chronische Bleivergiftung (nach steigender Blutbleikonzentration): macht sich oft schleichend und unspezifisch mit Schwäche, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Magenschmerzen bemerkbar. Häufig besteht dann schon eine Anämie. Das Zahnfleisch kann grauschwärzlich verfärbt sein („Bleisaum“). Bei plötzlicher Freisetzung größerer Mengen des gespeicherten Bleis aus dem Knochen (Stress, Stoffwechselstörungen, Infekte) kommt es zu Symptomen wie bei der akuten Vergiftung („Bleikrise“). Weiterhin treten auf: Hirnschädigung („Bleidemenz“), Gedächtnis- und IQ-Minderung bei Kindern, Nervenschädigung, Zittern/Tremor, Muskelschwäche, Nierenschädigung und bei sehr hohen Konzentrationen die gefürchtete Bleienzephalopathie mit Koma. In Extremfällen treten Todesfälle auf. Potenzstörungen bei Männern und gehäufte Fehlgeburten bei Frauen wurden häufig beschrieben. Wichtig: Auch erhöhte Bleispiegel ohne die Symptome einer akuten oder chronischen Bleivergiftung sind behandlungsbedürftig! Weitere Infos: > Therapien und Medikamente 2.7 Welche Schäden kann Blei im Körper anrichten? Hirnschädigung (Bleidemenz), Nierenschädigung bis Nierenversagen, Darmverschluss, Blutarmut (Anämie)/schwere Blutbildstörungen, Schädigung des peripheren Nervensystems (Taubheitsgefühl; Lähmungserscheinungen), Muskelschwäche, Bleisaum am Zahnfleischrand, Potenzstörungen bei Männern, Fehlgeburten bei Frauen, bei sehr hohen Konzentrationen die gefürchtete Bleienzephalopathie mit Koma. In Extremfällen treten Todesfälle auf. 2.8 Wo kann ich mein Blut testen lassen? Muss ich was bezahlen? Es gibt zwei Möglichkeiten: 1.) Beim Arzt/der Ärztin des Vertrauens. Der Test kann bis zu 70,00 EUR kosten. Allerdings werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse übernommen, wenn VOR der Durchführung des Tests die Symptome einer Bleivergiftung geschildert werden. 2.) Beim Gesundheitsamt der Stadt Leipzig. Hier kostet der Test generell 22,00 EUR. Der Test kann "auf Wunsch" anonym* mit Vereinbarung eines (selbst gewählten) Codeworts durchgeführt werden. Das ist auch die gängige Praxis beim HIV-Test. Öffnungszeiten: Gesundheitsamt, Gustav-Mahler-Straße 1–3, Impf- und Untersuchungsstelle (2. Etage, Zi. 204) Die Testergebnisse liegen nach ein bis zwei Wochen vor und sollten unbedingt abgeholt werden. Anhand der Blutwerte findet eine Beratung statt. 2.9 Ist eine Bleivergiftung meldepflichtig? Nein. Allerdings ist die Stadt Leipzig aus verständ-lichen Gründen bemüht, von Laboren aus der Re-gion die Anzahl der positiv auf Blei getesteten Blutproben und somit der vergifteten Personen zu erfahren. Daten über die Personen werden dabei nicht erhoben. 2.10 Welche Therapien/Medikamente gibt es? Das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig rät zur Therapie ab einem Bleispiegel von 250 µg/l Blut (bzw. 150 µg/l für Kinder bis einschließlich 12 Jahre und für gebärfähige Frauen). Ziel einer Therapie ist es zum Einen, eventuelle Symptome einer Vergiftung abzuschwächen oder zu beseitigen und zum Anderen, (in erster Linie) das Blei wieder loszuwerden. Dazu muss es zunächst in eine wasserlösliche Form umgewandelt werden. Nur so kann das Blei aus seinen Speicherorten herausgeschwemmt und von den Nieren wieder ausgeschieden werden. Das funktioniert nur mit speziellen Medikamenten, sogenannten Chelatoren (oder auch Chelatbildnern). Das Medikament DMPS/Dimaval ® ist momentan nicht lieferbar, daher muss das Medikament Chemet® aus den USA importiert werden. Die Kosten dafür müssen bei der Krankenkasse beantragt werden. siehe: > Therapien und Medikamente 2.11 Bezahlt die Krankenkasse die Behandlung? Als die ersten Fälle auftraten, haben sich die Krankenkassen zunächst geweigert, die Behandlung zu bezahlen ("PatientIn selbst Schuld"). Wie das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig mitteilte, haben sich die Krankenkassen nun aber bereit erklärt, die Kosten für die Behandlungen zu übernehmen. Für die genannten Medikamente gilt die übliche Zuzahlung von 5-10 €. Gerüchte, dass eine Zuzahlung von 100 € nötig ist, haben sich als falsch erwiesen. siehe: > Therapien und Medikamente 2.12 Gibt es alternative Behandlungsmethoden bei einer Bleivergiftung? Es gibt verschiedene naturheilkundliche Verfahren, die der Ausschwemmung von Giftstoffen aus dem Körper dienen*, allerdings gibt es für die Behandlung einer Bleivergiftung bzw. stark erhöhter Bleiwerte (> HBM-II-Wert) unseres Wissens keine wirksame Alternative zur Schulmedizin! Koriander- und Bärlauchtinktur können Schwermetalle im Körper binden und deren Ausscheidung aus dem Körper fördern. Bei niedrigen Bleiwerten (< HBM-II-Wert) können die angegebenen Mittel daher hilfreich sein. Eine Ergänzungsbehandlung zeitgleich mit der Medikamenteneinnahme sollte mit dem Arzt/der Ärztin abgesprochen werden. * als Beispiele: 2.13 Ich habe gehört, viel Milch trinken oder viel Knoblauch essen soll helfen. Stimmt das? Nein. Das Blei muss mit Hilfe spezieller Medikamente in eine wasserlösliche Form umgewandelt werden, damit es von den Nieren wieder ausgeschieden werden kann. Allerdings kann Milch nach einer medikamentösen Behandlung helfen, das verlorene Calcium aus Knochen und Zähnen wieder aufzufüllen. 2.14 Mir geht es gut, warum sollte ich also zum Arzt/zur Ärztin gehen? Eine chronische Bleivergiftung macht sich zunächst nur schleichend und unspezifisch bemerkbar. Keine Symptome zu haben, heißt nicht, dass alles in Ordnung ist. Da das Blei im Körper bleibt* und diesen nur durch spezielle Medikamente wieder verlässt, können auch nach Monaten oder Jahren noch schwere Komplikationen auftreten. *siehe 2.19: Halbwertszeit von Blei 2.15 Wie viele Vergiftungen wurden bereits gezählt? Bis zum Bekanntwerden der genauen Zusammenhänge (07.11.2007) mussten in Leipzig und Region (Muldentalkreis) 19 Menschen wegen akuter Bleivergiftungen behandelt werden, davon einige intensivmedizinisch. Seitdem bietet das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig Bleitests an. Bis zum 28.02.2008 haben sich 535 Menschen testen lassen. Es gingen 522 Befunde ein. Davon waren/sind 146 Personen behandlungsbedürftig, 69 Personen wird eine Nachuntersuchung empfohlen. Hinzugerechnet werden müssen all jene, die sich nicht beim Leipziger Gesundheitsamt testen ließen, sondern bspw. bei niedergelassenen ÄrztInnen, in Krankenhäusern oder Gesundheitsämtern in anderen Städten. Hierzu liegen uns keine Zahlen vor. *Hierzu siehe: 2.5 Welche Werte sind normal? 2.16 Ich bin vergiftet, bin ich selbst schuld? Solltest Du mit dieser menschenverachtenden Auffassung konfrontiert werden, empfehlen wir Dir, Deinen Hausarzt/Deine Hausärztin so schnell wie möglich zu wechseln. *Berufsschwur der MedizinerInnen - Nachfolger des hippokratischem Eids 2.17 Wer sollte sich testen lassen? Wir raten allen Personen, die im letzten halben Jahr mindestens einmal Gras aus Leipzig (das nicht aus Eigenanbau stammt) geraucht haben, sich so schnell wie möglich auf erhöhte Bleiwerte testen zu lassen. Das gilt natürlich auch für das "Mitrauchen" bei Anderen und besonders, wenn unter > 2.6 aufgeführte Symptome aufgetreten sind. Bei unklaren Beschwerden, insbesondere bei akuten Bauchschmerzen halten wir es für sinnvoll, den (Not-)Arzt/die (Not-)Ärztin gegebenenfalls darüber zu informieren, dass Ihr Gras konsumiert habt. (Ärzte/Ärztinnen unterliegen der > Schweigepflicht.) 2.18 Wer ist am meisten gefährdet, gesundheitliche Schäden davonzutragen? Das lässt sich so pauschal nicht sagen und ist abhängig von Alter, Geschlecht, Konsumform und Konsumgewohnheiten. Menschen, die mehr (verbleit) kiffen als Andere, können auch mehr Blei aufnehmen. Auf Grund der hohen Temperaturen, der längeren Glühphase und des tieferen Einatmens sind Bong-RaucherInnen wahrscheinlich eher gefährdet, eine Bleivergiftung zu bekommen. Das soll aber nicht heißen, dass (verbleite) Joints ein geringeres Risiko darstellen. Von offizieller Seite werden besondere Risikogruppen folgendermaßen definiert: Kinder bis zum Alter von einschließlich 12 Jahren und Mädchen/Frauen (13 bis < 45 Jahre) im gebärfähigen Alter (wegen der Gefährdung der nachfolgenden Generation). 2.19 Ich habe definitiv kontaminiertes Gras geraucht, meine Blutwerte sind aber nur leicht erhöht. Wie kann das sein? Die Halbwertzeit von Blei im Blut beträgt etwa 20 Tage. Nach dieser Zeit ist also (ohne neue Bleizufuhr) nur noch die Hälfte des ursprünglichen Bleigehalts im Blut nachweisbar. Sollte Dein letzter Konsum schon einige Wochen zurückliegen, kann es sein, dass Dein Körper bereits eine größere Menge Blei in den Knochen und den Zähnen angelagert hat (Blei ersetzt Calcium). Hier ist die Halbwertzeit 10-20 Jahre! Bei plötzlicher Freisetzung größerer Mengen des gespeicherten Bleis aus den Knochen (Stress, Stoffwechselstörungen, Infektionen) kommt es zu einer akuten Vergiftung ("Bleikrise"). Solltest Du also später einmal unter 2.6 aufgeführte Symptome an Dir beobachten, lass zügig Deinen Bleispiegel bestimmen, damit nötigenfalls eine medikamentöse Therapie begonnen werden kann. 2.20 An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden? telefonisch:
persönlich:
MEINE SICHERHEIT3.1 Sollte ich zur Polizei gehen, um meinen Dealer zu denunzieren? Zunächst einmal solltest Du wissen, dass die Polizei Strafanzeige gegen Dich wegen Betäubungsmittelbesitzes stellen muss, falls Du dort Proben abgibst. Und die Staatsanwaltschaft kann nicht garantieren, dass die Ermittlungen gegen Dich eingestellt werden. Aber auch wenn Du anonym Hinweise abgibst, musst Du damit rechnen, dass auch Du in die Ermittlungen mit einbezogen wirst, wenn Dein Dealer beschattet wird. Das könnte sich unter Umständen zum Nachteil für Dich auswirken. 3.2 Arbeiten Polizei/LKA/Staatsanwaltschaft und das Gesundheitsamt zusammen? Ja. Allerdings nur insofern, dass anonym eingereichte Gras-Proben an die Polizei anonym weitergeleitet werden. Da seitens der Polizei Strafanzeige gestellt werden muss, wird diese gegen unbekannt erhoben. Ob weitere Untersuchungsmethoden (z.B. Beschattung spezieller Gebäude) von der Kriminalpolizei angewendet werden, ist uns nicht bekannt. 3.3 Was passiert mit meinen Daten, wenn ich mich testen lasse? Das Gesundheitsamt, Hausarzt/Hausärztin, Krankenhäuser, Labore und Krankenkassen sind an die ärztliche Schweigepflicht gebunden. Behörden wie die Polizei dürfen nicht auf (eventuell gespeicherte) persönliche Daten zugreifen. In Anbetracht der ständig fortschreitenden Aushöhlung des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte kann dies jedoch in einigen Jahren anders ein. Der Test im Gesundheitsamt der Stadt Leipzig wird auf Wunsch anonymisiert durchgeführt (selbst gewähltes Codewort). Allerdings kann es sein, dass bei einer notwendig werdenden Behandlung die MedizinerInnen das Testergebnis nicht akzeptieren und das Blut erneut kostenpflichtig untersucht werden muss. Um das zu vermeiden, bietet das Gesundheitsamt einen teil-anonymiserten Test an, bei dem das Codewort aus den jeweils 3. Buchstaben des Vor- und des Nachnamens, der jeweiligen Anzahl der Buchstaben und dem Geburtsdatum besteht. Rückschlüsse auf die Identität sind so im Nachhinein theoretisch möglich. Solltest Du (als mutmaßliche[r] KifferIn) das Gefühl haben, dass Deine persönlichen Daten bei einer öffentlichen Behörde wie dem Gesundheitsamt nicht besonders gut aufgehoben sind oder solltest Du gar die Befürchtung hegen, beim Gang dorthin von der Polizei beschattet zu werden, empfehlen wir Dir, den Bleitest beim Hausarzt/bei der Hausärztin durchführen zu lassen. Manche Ärztinnen/Ärzte verschicken entnommene Blutproben anonymisiert ins Labor, manche nicht. Wenn Du sicher gehen willst, frag nach und bestehe auf Anonymisierung. Lässt Du Dir den ca. 70 € teuren Test von der Krankenkasse bezahlen, erfährt diese, dass Du einen Bleitest hast machen lassen. Insbesondere wenn eine Therapie notwendig wird, sind Rückschlüsse seitens der Kasse darüber, ob Du kiffst oder nicht, denkbar. Für Privatversicherte ist das besonders pikant, da ihnen im Extremfall (auf Grund ihrer vermeintlich besonders ungesunden Lebensweise) der Versicherungsschutz aufgekündigt werden kann. > mehr zum Thema Krankenkassen und Behandlung 3.4 Sollte ich Sachen bei der Polizei abgeben? Da Du die Testergebnisse nicht erfährst und außerdem mit einer Strafanzeige wegen Betäubungsmittelbesitzes rechnen musst, gibt es eigentlich keinen Grund dazu. Es besteht die Möglichkeit, Proben anonym in einen Briefkasten am Gesundheitsamt zu werfen. Diese Proben werden an die Polizei weitergeleitet und dort analysiert. Dies dient aber nur den polizeilichen Ermittlungen. Auch hier erfährst Du keine Testergebnisse. 3.5 Ich bin noch nicht 18. Werden meine Eltern davon erfahren? Wenn Dir jemand Blut abnehmen will, braucht er/sie Deine Einwilligung. Ansonsten gilt das als Körperverletzung. Wenn Du 16 Jahre oder älter bist, darfst Du per Gesetz selbst über Eingriffe in Deinen Körper (z.B. Blutentnahmen) entscheiden. Solltest Du jünger sein, braucht es auf jeden Fall die Zustimmung Deiner Eltern. Ohne Zustimmung der Eltern macht sich die Person, die das Blut abnimmt, strafbar.
VERSCHIEDENES4.1 Wonach ermittelt eigentlich die Staatsanwaltschaft/Polizei? Die Staatsanwaltschaft ermittelt unseres Wissens u.a wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen und wegen illegalen Handels von Betäubungsmitteln gegen unbekannt. 4.2 Ist im Bleistift auch Blei? Nein, zum Glück nicht. Bleistiftminen bestehen aus Graphit, also Kohlenstoff. Im 17. Jahrhundert hielt man Graphit fälschlicherweise für Bleierz (meist Bleisulfid), daher der Name Bleistift. 4.3 Ich will aber rauchen, ist Haschisch/Shit ne Alternative? Da Haschisch oft aus ganz anderen Regionen stammt als das Gras, das hier verkauft wird, ist eine Blei-Kontaminierung eher unwahrscheinlich – ausschließen lässt es sich aber nicht! Nur (illegal) selbst zu Hause angebautes Gras enthält mit Sicherheit keine von Anderen vorsätzlich aufgetragenen Streckmittel. 4.4 Was können Dealer/User tun, um den Ankauf und die Verbreitung von Bleigras zu vermeiden? Die Möglichkeiten sind begrenzt. Das Gras beim Er-werb optisch zu untersuchen, bringt nicht viel. Die von uns erwähnten Schnelltests können Hinweise auf Kontaminierung liefern, sie geben aber keine eindeutige und endgültige Sicherheit, ob das Gras mit Blei versetzt ist oder nicht. Besser: das Gras analysieren lassen! Siehe 1.10 - Wo kann ich mein Gras testen lassen? 4.5 Kann man da nichts machen? Doch! Ihr habt Rechte – fordert sie ein! Überlegt gemeinsam mit Anderen, was Ihr tun könnt. Fordert Drug Checking! Spontane Aktionen, Briefe und Beschwerden an entsprechende Behörden, Demos, Plakate, Veranstaltungen... was immer Euch einfällt. Wir tun, was wir können, aber unsere Möglichkeiten haben Grenzen. Wenn Euch die Situation ankotzt –handelt! Seid kreativ, bildet Banden, legt los!
Diese FAQ & das Wichtigste aus den anderen Blei-Seiten zum Download als PDF-Dokument:
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Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
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zuletzt aktualisiert am 25.02.2009