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Resolution
zur Drogenpolitik
der Selbstorganisationen aus der europäischen Technokultur
(02/1997)
In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Sucht- und Drogenpolitik
ihr Scheitern bewiesen: Sie konnte weder den Handel noch den Gebrauch
verringern, sondern hat im Gegenteil die Verletzbarkeit der Menschen
noch erhöht. Das Auftauchen einer Krankheit wie Aids und das erneute
Ansteigen der Hepatitiszahlen hat die Ineffizienz dieser Politik
nur noch deutlicher gezeigt.
Angesichts
dieser, auf der Binomie Unterdrückung/Behandlung basierenden Politik,
entstand ein pragmatischer Ansatz, der den Gebraucher in seiner
Praxis anerkennt und die damit verbundenen Risiken zu mindern
versucht, und der eine Reihe von Möglichkeiten bietet, angefangen
bei der Verhinderung des Gebrauchs bis hin zur Minderung der Gesundheitsrisiken.
Wir
stellen fest, daß die Behörden angesichts einer neuen Kultur und
neuer Drogengebrauchsformen erneut mit Verbot und Verteufelung
reagieren und somit ein erneutes Scheitern der gesundheitsfördernden
Drogenpolitik riskieren.
Die
Technokultur als erste sich in ganz Europa simultan entwickelnden
Musik- und Jugendkultur hat in allen Regionen Europas ähnliche
Ausdrucksformen gefunden, zu denen häufig auch ein szenetypischer
Drogengebrauch gehört. Jetzt, da sich ein gemeinsames Europa bildet,
- sowohl politisch und wirtschaftlich, als auch durch diese neue
Kultur - stellen wir fest: auch die Technokultur kennt keine Grenzen.
Allerdings nehmen die einzelnen europäischen Länder bezüglich
der Drogengesetzgebung und vor allem deren Umsetzung unterschiedliche
Positionen ein. Diese verschiedenen Vorgehensweisen machen die
bestehenden - zum Teil konträren - Ansätze unglaubwürdig.
Wir,
die europäischen Selbstorganisationen aus der Technokultur, bekräftigen,
daß jede Politik der Risikominderung bei dem Gebrauch von Partydrogen,
die erfolgreich sein soll, nur mit der aktiven Beteiligung der
Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen, der in die Technoszene
eingebundenen Menschen und vor allem der Drogengebraucher selbst
und in Verbindung mit einer Harmonisierung auf europäischer Ebene
stattfinden kann.
Deshalb
gründen wir ein europäisches Netzwerk von Techno-Selbstorganisationen,
um mit den politischen Kräften eine echte Politik der öffentlichen
Gesundheitsförderung und Risikominderung im Zusammenhang mit dem
neuen Drogengebrauch zu erarbeiten. Wir setzen uns als erste Ziele,
die betreffenden europäischen Vereinigungen in diesem Netzwerk
zu bündeln, die verschiedenen Präventionsansätze zu sammeln, auszuwerten
und publik zu machen. Darüber hinaus werden wir die Auswirkungen
der jeweiligen nationalen Drogenpolitik auf die Situation der
Gebraucher evaluieren. Gleichzeitig wird uns die Gegenüberstellung
unserer Praktiken ermöglichen, unsere eigene Kompetenz zu erhöhen.
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