SAFER PARTYLIFE
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Take Back The Night
Sexismus bekämpfen, Vergewaltigungen verhindern!
Ihr habt euch die neuen Schuhe angezogen, den coolen Glitzergürtel
umgelegt und freut euch die ganze Woche schon auf die anstehende Party.
Zusammen mit anderen tollen Menschen wollt ihr das Leben genießen, euch
austoben und einfach eine schöne Zeit haben. Davon wollen wir euch auch
gar nicht lange abhalten, sondern wünschen euch viel Spass.
Bitte achtet dabei aber auch darauf, dass die Party für euch oder andere
nicht zur negativen oder gar grausamen Erfahrung wird:
Immer wieder gibt es Berichte vom und Diskussionen um den gezielten
Einsatz der Droge GHB als Waffe zur geplanten Vergewaltigung bei Parties
und Afterhours. Dabei wurde Menschen (in der Regel Frauen) die Droge
versteckt verabreicht, um sie in ihrer Wahrnehmung und ihren motorischen
Fähigkeiten so weit einzuschränken, dass sie sich vor Angriffen auf ihre
psychische und physische Integrität, meist in Form von Vergewaltigung,
nicht mehr schützen konnten.
So etwas darf nicht passieren und wir alle können und müssen etwas dafür
tun, Vergewaltigungen zu verhindern.
Deshalb:
Wenn Situationen komisch wirken, sprecht das an!
Wenn Leute den Eindruck machen, sie hätten keine Kontrolle mehr über
sich, dann sorgt dafür, dass sie sich sicher ausruhen können, lasst sie
nicht allein!
Wenn ihr sexuelle Handlungen bemerkt, bei denen eineR der Beteiligten
nicht mehr anwesend zu sein scheint, dann geht euch das was an!
Lieber einmal mehr nachfragen, als einmal zu oft nicht hingesehen zu haben!
Wir alle sind verantwortlich für das, was auf einer Party und in anderen
Situationen passiert, in denen wir uns bewegen.
Was dabei jedoch auch bedacht werden muss ist, dass Vergewaltigungen die
unfassbare und grausame Spitze eines Eisbergs sind. Denn auch und gerade
bei Partys kommen sexistisches Verhalten und Grenzüberschreitungen vor,
die ein gesellschaftliches Klima schaffen, welches Vergewaltigungen überhaupt erst möglich macht.
Wenn z.B. die alltägliche Diskriminierung
von Menschen aufgrund ihres Geschlechts einfach so hingenommen wird,
dann schafft diese Akzeptanz auch die gesellschaftliche Grundlage für
sexualisierte Gewalt gegen sie.
In diesem Sinne muss auch dieses Problem bekämpft werden, um
Vergewaltigungen zu verhindern. Die Rede ist von Sexismus.
Mit diesem haben wir auf die eine oder andere Art und Weise alle zu
kämpfen. Sexismus ist freilich mehr als Blau vs. Pink, Bohrmaschine
gegen Wischmob oder Spielzeugauto vs. Barbiepuppe.
Allerdings geht die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres
Geschlechts tatsächlich mit einer allgemeinen Strukturierung und
Unterteilung der Gesellschaft in unterschiedliche Bereiche , die jeweils
ziemlich eindeutig Geschlechtern zugeordnet sind, einher. Diese als
männlich oder weiblich gedachten Tätigkeiten, Gefühlsregungen,
gesellschaftliche oder ökonomische Positionen sind ausgehend von ihrer
geschlechtlichen Zuordnung hierarchisch geordnet.
Insgesamt sind die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir uns
bewegen sehr komplex und auf die eine oder andere Art sind wir alle
daran beteiligt und von ihnen geprägt, so auch vom Patriarchat. Deshalb
haben auch wir alle die Verantwortung uns damit weitergehend auseinander
zu setzen und diese Zustände zu bekämpfen.
Sexismus muss als gesamtgesellschaftliches Phänomen betrachtet werden
und darf nicht als Einzelfall oder Privatsache eingestuft werden.
Ob wir oder andere uns sagen, wir müssten Kinder kriegen und uns für die
Familie aufopfern, weil wir Frauen seien oder ob wir immer stark sein
müssen, weil wir Männer seien. Das alles ist Sexismus.
Auf Partys kann das praktisch schon ein aufdringliches Antanzen oder
auch ein unangenehmes Anmachen sein. Vielleicht hast du auch schon
Situationen erlebt, wo du selbst die Grenzen von anderen überschritten
hast oder wo du Grenzüberschreitungen erlebt hast.
All das ist bislang alltäglich und deshalb müssen wir, um Sexismus zu
bekämpfen, alle gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Daher achtet auf das Einhalten von Selbstverständlichkeiten, damit sie
es auch bleiben:
Wichtig ist zu respektieren, dass jede Person selbst bestimmt, ab wann
es für sie unangenehm wird - und daran sollten sich andere dann auch halten.
Wenn du möchtest, dass andere eine gute Zeit haben, dann sei sensibel
und sprich mit ihnen.
Achte darauf, dass sie sich nicht von dir bedrängt oder überrumpelt fühlen.
Durch sexistisches Verhalten, aber insbesondere dadurch, dass
Vergewaltigungen passieren, bekommen Menschen das Gefühl von Angst und
Unsicherheit, entschließen sich dann besser zu Hause zu bleiben oder
sich von Beschützern abhängig zu machen, obwohl sie vielleicht viel
lieber alleine ausgehen würden.
Auch das dürfen wir nicht zulassen! Wir wollen nicht, dass eineR sich
einschließen muss vor lauter Angst!
Vergewaltigungen und Sexismus haben nur dann keine Chance, wenn sich
alle gemeinsam dagegen wehren und aufeinander achten.
Was deine Grenzen überschreitet, entscheidest dabei ganz allein du
selbst. Das kann schon bei ätzenden Anmachsprüchen oder Anstarren
anfangen. Wenn du dich in deiner Situation unwohl fühlst, ist es dein
gutes Recht, das deutlich zu machen und von anderen darin unterstützt zu
werden.
Gleichzeitig bedeutet das auch: Achte darauf, die Grenzen von anderen
Menschen wahrzunehmen und zu respektieren.
Die Verantwortung für einen guten Umgang miteinander kann nicht nur bei
den Betroffenen von sexistischen Grenzüberschreitungen liegen.
Deshalb noch einmal:
Schaut hin, fragt nach, wenn nötig greift ein und
holt euch Unterstützung!
Wir können gemeinsam Handeln, wir alle können etwas dafür tun, dass
Sexismus auf unseren Partys keinen Platz mehr hat.
Damit es für alle eine schöne Party wird.
* definitionsmacht.tk
* asbb.blogsport.de
* lara-berlin.de
* wildwasser-berlin.de
* tauwetter.de
* frauennotrufe.de/vor_ort/?m=Hilfsangebote
* suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/ghb.html
Übernommen von der Hanfplantage, www.hanfplantage.de
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